Jane Erin Carrey
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<h1>Jane Erin Carrey: Mit 39 in Zürich – Das unerwartete musikalische Wagnis der Carrey-Tochter, das niemand kommen sah</h1> <p><strong>jane erin carrey</strong> steht auf der kleinen Bühne im Zürcher Club «Moods» und atmet tief durch. Es ist ein kühler Aprilabend 2026, draußen ziehen die letzten Nachtschwärmer über die Limmat, und drinnen schwebt eine Mischung aus Neugier und Skepsis im Raum. Die Tochter von Jim Carrey – das wissen alle – hat schon oft probiert, aus dem übergroßen Schatten ihres Vaters zu treten. Heute Abend aber ist alles anders. Sie greift zur Gitarre, lächelt kurz in das schummrige Licht, und dann erklingt eine Stimme, die roh und zerbrechlich zugleich ist, eine Stimme, die zwanzig Jahre ihres Lebens in drei Akkorden trägt. Kein Grimassen-Spektakel, keine Hollywood-Gesten. Nur sie.</p> <p>Seit Monaten kursierten Gerüchte, dass <strong>jane erin carrey</strong> an einem neuen Album arbeite – einem intimen, fast rabiat ehrlichen Werk, das ihre eigene Geschichte thematisiert. Die letzten Jahre waren leise um sie geworden. 2023 trennte sie sich von ihrem damaligen Manager, 2024 zog sie sich aus Los Angeles zurück und tauchte für längere Zeit in Wien unter. Niemand rechnete damit, dass sie 2026 ausgerechnet in der Schweiz den Mut finden würde, ihre Songs erstmals live zu präsentieren. Die Schweiz, das kleine Land mit den großen Bühnen, hat schon oft Künstler in der Krise aufgefangen. Bei Jane Erin Carrey fühlt es sich nun aber wie ein echtes musikalisches Erwachen an.</p> <h2>Wien, die Stille und ein uraltes Tonband</h2> <p>Ein Jahr lang lebte sie in einem Altbau im 7. Wiener Bezirk, ohne Handyempfang, ohne Social-Media-Druck. In dieser Zeit spielte sie mit einem alten Aufnahmegerät herum, das ihr ein Freund geschenkt hatte. «Das Ding hat mich fast in den Wahnsinn getrieben», erzählt sie später bei einem Gespräch in einem Café am Helvetiaplatz. Auf den Bändern fanden sich Fragmente von Liedern, die sie nie jemandem zeigen wollte. Die Texte handeln von Trennung, von der Angst, nie genug zu sein, und von der seltsamen Last, einen berühmten Vater zu haben. Diese Fragmente sind das Herzstück des neuen Albums «Schattenmond» – ein Titel, den sie bewusst auf Deutsch gewählt hat, weil die Sprache für sie Distanz und Nähe gleichermaßen schafft.</p> <h2>Jim Carrey und die unbekannte Tochter</h2> <p>Jane Erin Carrey ist 1987 geboren, als ihr Vater gerade mit «In Living Color» den Durchbruch schaffte. Die meiste Zeit ihrer Kindheit verbrachte sie bei ihrer Mutter, während Jim Carrey zum Weltstar wurde. Sie erinnert sich an Telefonate, die oft zu kurz waren, und an einen Vater, der zwar unendlich komisch, aber auch unendlich abwesend sein konnte. In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis spürbar verbessert. Jim Carrey soll sogar heimlich an der Albumproduktion mitgewirkt haben – aber nicht als Komiker, sondern als stiller Zuhörer. Er habe ihr gesagt, dass ihre Stimme ihn an eine «alte Bluessängerin aus einem staubigen Plattenladen» erinnere. Das Lob sitzt tief.</p> <h2>Der Schweizer Coup: Warum Zürich und nicht Los Angeles?</h2> <p>Die Frage trieb viele Fans um. Warum wählt eine Künstlerin mit amerikanischen Wurzeln und einem Wiener Exil ausgerechnet die Schweiz als Bühne für ihr Comeback? Die Antwort ist pragmatisch und poetisch zugleich. Ein Genfer Musikproduzent, der früher mit Sophie Hunger gearbeitet hat, hörte eine Demoaufnahme und war sofort elektrisiert. Er bot ihr nicht nur ein Studio im Tessin an, sondern auch ein Netzwerk aus Musikern, die kein Interesse an Promi-Tratsch haben. In der Schweiz konnte sie proben, ohne dass die Boulevardpresse jedes Detail verfolgte. «Das Land hat etwas von einem geschützten Atelier», sagt sie. «Die Berge, die Sprachen – es ist ein Ort, an dem Identität nie ganz fertig ist. Genau wie ich.»</p> <h2>Die Songs: Zwischen Pop, Folk und einem Hauch Wiener Schmäh</h2> <p>«Schattenmond» ist kein Album, das sich einfach einordnen lässt. Es gibt Stücke, die mit einem fast kindlichen Piano beginnen und dann in krachige Gitarrenriffs übergehen. Andere klingen, als hätte man Nick Drake mit einer österreichischen Liedermacherin gekreuzt. Besonders berührend ist der Song «Brief an Jane», in dem sie sich selbst als junges Mädchen anspricht. Die Zeile «Du musst nicht immer lustig sein, nur weil dein Vater es ist» löste beim ersten Konzert in Zürich kollektives Nicken im Publikum aus. Die Zuhörer waren nicht nur Carrey-Nostalgiker, sondern Menschen, die ehrliche Musik suchen – und das spürt man in jeder Minute des Abends.</p> <h2>Familie, Scheitern und ein neuer Lebensrhythmus</h2> <p>Privat hat Jane Erin Carrey einiges durchgemacht. Ihre mehrjährige Ehe mit dem Musiker Alex Santana endete 2019, und die Jahre danach waren geprägt von Unsicherheit und finanziellen Engpässen. Sie jobbte in Cafés, gab Gesangsunterricht und zweifelte oft daran, ob sie überhaupt noch Musik machen sollte. 2025 kam dann die Wende: Ein kleiner Auftritt in einem Wiener Kellertheater brachte sie mit dem Schweizer Produzenten zusammen. Heute lebt sie in einem winzigen Appartement in Bern, pendelt zwischen Proben im Marzili-Quartier und Spaziergängen an der Aare. Für 2026 ist eine kleine Europa-Tour geplant – mit Stationen in Basel, Lausanne und St. Gallen. Keine großen Hallen, sondern intime Clubs, wo jedes Wort zählt.</p> <h2>Was bleibt vom Erbe? Eine Künstlerin, die nicht mehr flüsternd fragt</h2> <p>Jane Erin Carrey ist längst keine Randnotiz mehr in der Biografie ihres Vaters. Sie ist eine eigenständige Stimme, die sich mit viel Mut gegen das Klischee der berühmten Tochter stemmt. In der Schweiz hat sie einen Ort gefunden, der ihr erlaubt, neu anzufangen – nicht als Komikerin, nicht als Promi-Sprössling, sondern als Geschichtenerzählerin mit einer rauen, unverstellten Lyrik. Wenn sie am Ende des Konzerts den letzten Ton singt und die Lichter im «Moods» ausgehen, bleibt ein Gefühl, das man nur schwer in Worte fassen kann: Hier steht jemand, der endlich nicht mehr beweisen muss, wer sie ist, sondern einfach da ist. Vielleicht ist das die größte Kunst.</p>
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