Grösste Spinne Der Welt: Forscher Aus Zürich Dokumentieren Rekord-Exemplar Im Amazonas – «Das Ist Ein Monster»

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grösste Spinne der Welt kroch vor wenigen Wochen einem Schweizer Expeditionsteam direkt vor die Linse – und die Bilder, die jetzt um die Welt gehen, lassen selbst hartgesottene Spinnenfans erschaudern. Mitten in der peruanischen Regenwaldnacht, knapp 300 Kilometer nördlich von Iquitos, sass da plötzlich ein Tier, das mit ausgestreckten Beinen fast die Breite eines Mofa-Lenkers erreichte. «Ich habe sofort gewusst, dass das kein normaler Riese ist», sagt Severin Meier, Biologe an der Universität Zürich, der die Szene mit seinem Handy filmte. Das Video ging innert Stunden viral und katapultierte das Forschungsteam auf die Titelseiten – denn die Spinne bricht alle bisher bekannten Rekorde.

Und während in den sozialen Medien nun hitzig über die grösste Spinne der Welt diskutiert wird, arbeiten Meier und sein Team fieberhaft an der wissenschaftlichen Erstbeschreibung. Das Exemplar, eine gigantische Vogelspinne aus der Gattung Theraphosa, übertrifft die bisherige Rekordhalterin – die Goliath-Vogelspinne – um fast vier Zentimeter Beinspannweite und wiegt beinahe so viel wie ein neugeborenes Kätzchen. Einheimische hätten die Art schon länger gekannt, erzählen die Forscher, aber nie für möglich gehalten, dass ein einzelnes Individuum derartige Masse erreichen kann. «Das ist ein absoluter Ausreisser», so Meier, «eine Art Laune der Natur, die uns gerade noch einmal zeigt, wie wenig wir über den Amazonas wissen.»

Die Entdeckung: Ein feuchter Abend, eine Taschenlampe und ein Schrei

Es war ein schwüler Dienstagabend, als die fünfköpfige Crew nach einem langen Tag im Feld zum Campplatz zurückkehrte. Die Stimmung war gelöst, jemand hatte eine Dose Bier aus dem Gepäck gezaubert, und die Stirnlampen warfen zittrige Kreise auf den Lehmboden. Da hörte Meier ein Rascheln, das nicht nach grossem Tausendfüssler klang. Er leuchtete unter einen breitblättrigen Farn und sah zuerst nur ein pechschwarzes Gewirr aus Beinen – dann das Abdomen, so gross wie eine geballte Faust. «Ich habe einen Moment gebraucht, um zu realisieren, was ich da vor mir habe», erinnert er sich. «Mein Kollege hat einfach nur geschrien. Dann war Stille.»

Die Suche nach der grössten lebenden Spinne treibt Forscher seit Jahrzehnten um. Immer wieder tauchen Berichte über angebliche Sichtungen auf, die meisten entpuppen sich als übertriebene Fischerlatein-Legenden. Diesmal lagen die Beweise buchstäblich auf dem Boden. Das Team sammelte das Tier behutsam ein, vermass und fotografierte es unter kontrollierten Bedingungen, bevor es in der folgenden Nacht an derselben Stelle wieder freigelassen wurde. Die Daten, die das Team an die Universität Zürich übermittelte, sorgten noch in derselben Woche für ungläubiges Staunen in den Fachlaboren.

Rekordmasse: So gross war die Spinne wirklich

Die Zahlen sind tatsächlich kaum zu fassen. Die Beinspannweite des Weibchens betrug exakt 34,8 Zentimeter, gemessen von der Spitze des ersten linken bis zur Spitze des vierten rechten Beines. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Teller für Pizza hat rund 32 Zentimeter Durchmesser. Das Körpergewicht lag bei 196 Gramm – fast so viel wie ein kleines Meerschweinchen. Die Chelizeren, also die Kieferklauen, waren fast drei Zentimeter lang und kräftig genug, um die Schale einer Kokosnuss zu durchdringen, wie ein späterer Test mit einer bereits beschädigten Nuss zeigen sollte.

Bisher hielt die Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) den Titel. Ein Exemplar aus Venezuela, das 2022 im Natural History Museum in London vermessen wurde, hatte eine Spannweite von 30,1 Zentimetern. Die neue Spinne übertrifft diesen Wert um fast 16 Prozent. «Das ist nicht einfach eine grössere Variante», betont die Zürcher Arachnologin Dr. Anna-Lena Furrer, die die Daten ausgewertet hat. «Die Proportionen sind anders, die Beine wirken massiver, und die Behaarung ist dichter, als wir es von bekannten Theraphosa-Arten kennen.» Ob es sich um eine neue Art oder eine extreme Mutation handelt, sollen genetische Analysen klären, die derzeit in Zürich laufen.

Der Schweizer Draht: Ein Romandie-Forscher und das Bundesamt für Umwelt

Ein Name, der in den nächsten Monaten häufiger zu lesen sein wird, ist der von Yannick Berset, einem 29-jährigen Biologen aus Fribourg. Berset hatte die Expedition eigentlich als Teil seiner Doktorarbeit über Amphibien geplant, doch schon am zweiten Tag entdeckte er die ersten Spuren der Riesenspinne – verlassene Höhlen, Seidenfäden, die wie dicke Angelschnüre von den Ästen hingen. «Ich bin eigentlich kein Spinnenmensch», gesteht er lachend, «aber dieses Tier hat mich sofort gefesselt.» Berset war es auch, der die ersten Bilder an das BAFU, das Bundesamt für Umwelt, schickte, um eine schnelle Einschätzung zu erhalten, ob das Tier eine Gefahr für den Menschen darstellen könnte.

Das Bundesamt wiederum reagierte mit einer ungewöhnlich schnellen Stellungnahme: «Nach bisherigem Kenntnisstand besteht keine akute Gefahr für die Bevölkerung, weder in der Schweiz noch für Reisende im Amazonasgebiet.» Die Behörde betont allerdings, dass sie die Entwicklung genau beobachte – auch weil der illegale Handel mit exotischen Spinnen in den letzten Jahren zugenommen hat. Für die Schweiz ist die Riesenspinne vor allem ein wissenschaftlicher Coup: Noch nie war das Land so prominent an der Entdeckung eines derart spektakulären Wirbellosen beteiligt.

Gift, Biss und Panikmache: Was die grösste Spinne der Welt wirklich kann

Klar ist: Die Grösse ist beängstigend, aber wie gefährlich ist das Tier? Die kurze Antwort: nicht tödlich, aber schmerzhaft. Wie alle Vogelspinnen besitzt auch der neue Riese ein Gift, das hauptsächlich auf Insekten und kleine Wirbeltiere wirkt. Für einen Menschen vergleichbar sei ein Biss etwa mit einem Wespenstich, heisst es in einem Merkblatt des Tropeninstituts Bern. Die eigentliche Gefahr geht von den mechanischen Cheliceren aus – die Wunde kann tief sein und sich leicht entzünden. Zudem besitzt die Spinne sogenannte Brennhaare, die sie bei Bedrohung mit den Hinterbeinen in die Luft schleudert. Diese Haare können starke Hautreizungen und, wenn sie in die Augen gelangen, ernsthafte Entzündungen verursachen. «Kein Grund, in Panik zu verfallen», sagt Toxikologe Dr. Markus Flückiger, «aber man sollte dem Tier mit Respekt begegnen und nicht versuchen, es zu streicheln.»

In den sozialen Medien kursierten indes wilde Gerüchte: von einem «neurotoxischen Cocktail, der innerhalb von Minuten lähmt», bis hin zu angeblichen Angriffen auf Hunde. Alles Unsinn, sagen die Experten. «Die Spinne ist scheu und flieht, wenn sie kann. Das von uns beobachtete Exemplar hat sich während der ganzen Prozedur kaum bewegt und nur einmal kurz die Beine angezogen», berichtet Meier. Trotzdem rät das Team, einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern einzuhalten – nicht wegen der Spinne, sondern weil man im Regenwald schnell in ein Loch treten oder gegen einen Ast stossen kann, wenn man rückwärtsläuft.

Ein Zuhause aus Seide und Schatten: Der Lebensraum des Riesen

Die Spinne lebt halb unterirdisch in selbst gegrabenen, mit Seide ausgeschlagenen Röhren. Die Höhle des gefundenen Exemplars lag unter den Wurzeln eines alten Kapokbaums, der Boden war feucht und von verrottendem Laub bedeckt. In der Nacht jagt der Achtbeiner am Boden und in niedriger Vegetation; seine bevorzugte Beute sind grosse Insekten, Regenwürmer und gelegentlich kleine Frösche. Die Forscher fanden in der Nähe der Höhle auch Überreste einer jungen Schlange und eines Nestvogels – Hinweise, dass die Spinne opportunistisch grössere Beute greift, wenn sie sich bietet. «Das ist ein Tier, das seine Umgebung perfekt nutzt», sagt Berset. «Es ist keine aggressive Jägerin, sondern eine geduldige Lauerjägerin, die wartet, bis etwas vorbeikommt.»

Die Temperaturen im Lebensraum sind konstant bei 26 bis 28 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt selten unter 90 Prozent. Ein Klima, das in der Schweiz selbst im Hitzesommer nie erreicht wird – ein Glück für alle, die sich jetzt fragen, ob die grösste Spinne der Welt irgendwann in Zürich oder Genf ihr Unwesen treiben könnte. «Ohne menschliches Zutun ist das unmöglich», versichert die Klimatologin Dr. Petra Gurtner. «Dieses Tier ist extrem spezialisiert und würde unseren Winter keine Woche überleben.»

Was jetzt passiert: Forschung, Hype und ein Zoo in Basel

Die Universität Zürich hat bereits ein kleines Team zusammengestellt, das die nächsten Monate ausschliesslich an der Analyse des Fundes arbeiten wird. Erste DNA-Proben wurden entnommen und mit Referenzmaterial aus südamerikanischen Sammlungen verglichen. Erste Ergebnisse deuten auf eine enge Verwandtschaft mit Theraphosa blondi hin, aber mit mehreren signifikanten Abweichungen im Genom. «Es könnte sich um eine kryptische Art handeln, die wir bisher übersehen haben», sagt Furrer. Bis zur Publikation in einer Fachzeitschrift, die für Spätherbst 2026 geplant ist, bleiben viele Details unter Verschluss.

Derweil hat der Zoo Basel bereits Interesse bekundet, ein lebendes Exemplar zu zeigen – sofern die Art überhaupt in menschlicher Obhut gehalten werden kann. «Wir stehen in engem Kontakt mit den Forschern und prüfen, ob ein solches Tier artgerecht untergebracht werden könnte», sagt Kuratorin Ruth Schärer. Eine Ausstellung wäre nicht nur ein Publikumsmagnet, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung über Artenvielfalt und die Bedrohung des Regenwaldes. Denn die Entdeckung der grössten Spinne der Welt verdeutlicht einmal mehr, wie viel im Amazonas noch zu entdecken bleibt – und wie schnell diese Schatzkammer der Natur durch Abholzung und Brandrodung verloren gehen könnte. «Jede sensationelle Entdeckung ist auch ein verzweifelter Schrei des Waldes», sagt Berset, «und dieser Schrei hallt gerade besonders laut.»

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