Chaumont Parc Aventure: Neuer Indoor-Kletterwald Und KI-gestützte Sicherheit Revolutionieren 2026 Den Ausflugsklassiker

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chaumont parc aventure steht vor einem Jahr, das alles verändert. Während die einen noch über die verregnete Saison 2025 jammern, zieht die Betreiberfamilie Lenggenhager längst die nächste Eskalationsstufe: ein vollverglaster Indoor-Parcours, der mitten im Jura-Wald gebaut wird, plus smarte Westen, die in Echtzeit die Klettertechnik analysieren. Der Kanton Neuenburg hat die Baugenehmigung am 3. Februar durchgewunken – mit einer Auflage, die Umweltschützer aufhorchen lässt.

Man kennt den Seilpark oberhalb des Neuenburgersees als Klassiker für Familienausflüge, doch mit der neuen Halle wird chaumont parc aventure plötzlich zum Testfeld für etwas, das sich «Augmented Reality Nature» nennt. Ein Projekt, das eigentlich erst 2027 anlaufen sollte, doch die umliegenden Gemeinden drängten nach einem katastrophalen Sommer mit 40 Prozent weniger Besuchern auf eine Beschleunigung. Die Finanzierung? Grösstenteils aus einem Topf der Schweizerischen Eidgenossenschaft für «nachhaltige Naherholung 4.0» – 2,3 Millionen Franken, abgesegnet im Dezember 2025.

Die Indoor-Offensive: Warum der Park jetzt auf Beton setzt

Die Idee für den Indoor-Bereich ist nicht aus der Luft gegriffen. Im Pandemie-Jahr 2024, als plötzlich alle draussen sein wollten, brummte der Park – aber die Saison blieb kurz. «Wir haben uns die Besucherströme von 2023 bis 2025 genau angesehen», sagt Geschäftsführerin Yvonne Lenggenhager. «An 87 Tagen im Jahr konnten wir wegen Wind, Nässe oder Gewitter gar nicht öffnen.» Die Halle, die sich harmonisch in den Hang schmiegt und mit einer Photovoltaik-Fassade aus heimischem Holz daherkommt, soll ab Spätherbst 2026 neun Regenrouten und drei ganzjährig nutzbare Seilbahnen bieten. Architektin ist das Lausanner Büro Atelier Oculus, das schon die interaktive Fassade des Rolex Learning Center verantwortet hat.

Smarte Westen und «Kletter-Co-Pilot»: So wird der Parcours digital

Das Herzstück der Neuerung ist ein System, das die ETH Lausanne gemeinsam mit einem Start-up namens VertiSense entwickelt hat. Jede Kletterweste ist mit sieben Sensoren und einem Mini-Projektor bestückt, der Signale direkt auf den vorausliegenden Balken wirft. Wer zu weit nach links greift, sieht einen roten Fingerabdruck. Das System speichert keine personenbezogenen Daten, sondern arbeitet mit anonymisierten Bewegungsprofilen, um Sturzrisiken vorherzusagen. Ein Novum für die ganze Schweizer Freizeitbranche. Die Westen sollen ab Juli 2026 auf den schwierigsten Parcours getestet werden, bevor sie 2027 flächendeckend zum Einsatz kommen.

Der Umweltstreit: Fledermäuse gegen Familienvergnügen

So viel Innovation hat ihren Preis. Pro Natura Neuenburg hat Einspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, weil die Halle in ein bekanntes Jagdhabitat der Mopsfledermaus ragt. Die Naturschützer fordern ein Bauverbot von Oktober bis März – also genau dann, wenn der Indoor-Betrieb die leeren Monate füllen soll. Ein Gerichtstermin ist für Mai 2026 angesetzt. Der Park argumentiert mit einer eigens angelegten Ersatzhöhle und einem Radar, das die Fledermäuse bei Annäherung automatisch in eine ruhigere Zone lenkt. Die Bevölkerung von Hauterive und Saint-Blaise hat in einer inoffiziellen Petition bereits 1.200 Unterschriften für den Ausbau gesammelt – ein klares Zeichen, dass der lokale Tourismusdruck schwerer wiegt als Artenschutzbedenken.

Neue Zielgruppen: Teambuilding und Nachtschwärmer

Bislang war Chaumont vor allem ein Familienziel. Die neue Strategie sieht vor, ab 2026 gezielt Firmen mit einem «Leadership-Parcours» anzusprechen, der Entscheidungsfindung in schwindeliger Höhe trainiert. Dazu kommen Moonlight-Touren mit Stirnlampen und ein Gourmet-Event, bei dem man zwischen Plattformen ein Sechs-Gänge-Menü serviert bekommt. Die ersten Buchungen für den «Business Skywalk» sind bereits eingegangen – von einer Grossbank aus Zürich und einem Pharmaunternehmen aus Basel, die ihre Trainees durch den Wald schicken wollen.

Anreise und Preise 2026: Was sich für Schweizer Besucher ändert

Die Standseilbahn von La Coudre nach Chaumont bleibt das Nadelöhr. Ab Mai 2026 gilt ein neuer Halbstundentakt, und für Inhaber des Swiss Travel Pass ist die Bergfahrt erstmals im Eintritt inbegriffen. Der Eintrittspreis für Erwachsene steigt moderat auf 39 Franken, Kinder zahlen 26. Die neuen Indoor-Routen kosten fünf Franken Aufpreis. Wer online bucht, bekommt eine KI-basierte Empfehlung für den idealen Startzeitpunkt – basierend auf Wetter, Auslastung und eigenem Fitnesslevel, das man vorab in einer App testen kann.

Ausblick: Was der Park für die Region bedeutet

Chaumont Parc Aventure ist kein isolierter Freizeitpark mehr. Die Gemeinde Hauterive plant, das alte Kurhaus in ein Besucherzentrum mit Co-Working-Space umzuwandeln, das direkt mit dem Park verbunden ist. Der Kanton Neuenburg sieht in der Digitalisierung des Parcours ein Pilotprojekt für den gesamten Jurabogen. Wenn die Mopsfledermaus und die Gerichte mitspielen, könnte der Seilpark 2027 ein Vorzeigemodell für ganz Europa werden – und das mitten in einem Wald, der schon 1825 die ersten Touristen mit einer Kutschenstrasse anlockte.

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